Blindenheim

Makeni ist die viertgrößte Stadt in Sierra Leone. Während des Bürgerkrieges war sie Basis der Rebellen – viele Menschen sind hier umgekommen. Doch mehr als 10 Jahre nach Kriegsende ist die Stadt längst wieder voller Leben, und geschäftliches Treiben prägt das Straßenbild.
Etwas außerhalb der Stadt befindet sich die Bombali School for the Blind – eine der wenigen Blindenschulen in Sierra Leone. Die Inter-Mission hat nach dem Krieg angefangen, die blinden und sehbehinderten Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Damals waren die Nöte extrem bedrückend. Eine ausgediente Schlachthalle war Unterkunft und Schulgebäude zugleich, und es gab kaum etwas zu essen. Sowohl wir selber als auch unsere einheimischen Freunde waren bei unserem ersten Besuch erschüttert.
Inzwischen wurden mit Fördermitteln vom BMZ und großzügigen Einzelspenden sowohl ein neues Schulgebäude (2008) als auch ein neues Wohnheim (2012) errichtet. Nicht nur die Lern-, sondern auch die Lebenssituation hat sich dadurch enorm verbessert. Für den Schulbetrieb und den Lebensunterhalt sind die etwa 60 Schülerinnen und Schüler sowie die etwa 10 Lehrerinnen und Lehrer (zum Teil selbst blind) jedoch weiterhin auf Unterstützung angewiesen.
Ein weiteres Ausbildungsprogramm für diese jungen Leute ist in Planung, in dem sowohl lebenspraktische Fertigkeiten als auch berufliche Fähigkeiten vermittelt werden sollen.
Die Kinder und Jugendlichen, die hier in einer vom Glauben geprägten Atmosphäre aufwachsen und gefördert werden, können persönlich durch eine Kinderpatenschaft unterstützt werden.

Patenschaften

Ishmael ist 15 Jahre alt, sehbehindert und stammt aus einer armen moslemischen Familie. Während des Rebellenkrieges wurde sein Vater getötet. Seine Mutter ist eine einfache Tagelöhnerin, der es nicht möglich war, ihrem Sohn die nötige Aufmerksamkeit und Förderung zukommen zu lassen. Deshalb brachte sie Ishmael zu unserem Blindenheim in Makeni, dem auch eine Blindenschule angeschlossen ist.

Fatmata ist ungefähr zehn Jahre alt. Sie ist blind zur Welt gekommen und konnte deshalb von zu Hause aus nicht zu einer regulären Schule gehen. Im Blindenheim wird sie in einer liebevollen christlichen Atmosphäre zuverlässig betreut und braucht keinen Mangel mehr zu leiden. Auch kann sie vor Ort jeden Tag zu der dem Heim angeschlossenen Schule gehen. Hier werden die blinden Kinder bestmöglich gefördert, hören von Jesus Christus und können für ihr zukünftiges Leben lernen.