Wegweiser in einer schwierigen Situation

Wegweiser in einer schwierigen Situation
Bitte beten Sie mit uns, dass diese Frauen nachhaltige Veränderung erfahren. Danke, dass Sie diese Arbeit durch ihre wertvolle Unterstützung möglich machen.
John Solomon Benjamin
Bericht von John Solomon Benjamin, Inter-Mission India

Rein und vorbildlich Gott, unserem Vater, zu dienen bedeutet, dass wir uns um die Sorgen der Waisen und Witwen kümmern und uns nicht von der Welt verderben lassen. (Jakobus 1,27)
Wer dem Armen hilft, leiht dem Herrn und er wird ihm zurückgeben, was er Gutes getan hat! (Spr. 19,17)
„Als ich mich fragte, wie es weitergehen soll, wie ich mit meiner unregelmäßigen, schlechtbezahlten Arbeit als Tagelöhnerin meine Kinder an der Seite eines ziemlich gleichgültigen, arbeitsscheuen Ehemanns ernähren kann, da erfuhr ich Hilfe durch die Inter-Mission. Sie war für mich wie ein Wegweiser in einer schwierigen Situation. Nun stehe ich auf eigenen Beinen; in meiner Familie herrscht Frieden. Danke Inter-Mission, dass ihr mich mit Jesus bekannt gemacht habt.“

Sophia gehörte zu den Schülerinnen der ersten Stunde. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss arbeitet sie nun als Auszubildende in einer Exportfirma und verdient etwa 200 Rs/Tag (etwa 2,60 Euro), was für ihre Familie eine große Hilfe ist. Für Frauen wie sie begannen wir dieses Nähschulprojekt im Juni 2015. 

Der Wunsch, zu helfen Schon seit mehreren Jahren beschäftigte uns der Gedanke, den armen Menschen in Alamathi, wo ja unser Kinderheim angesiedelt ist, zu helfen. Es fiel uns auf, dass in der ganzen Umgebung junge Frauen und heranwachsende Mädchen aufgrund mangelnder Fähigkeiten und geringer Bildungsmöglichkeiten keine Anstellungen fanden. Die Entfernung zu entsprechenden Einrichtungen und ihre schlechte wirtschaftliche Situation machte ihnen eine Weiterbildung unmöglich. Obwohl Frauen in der Familie eine wichtige Rolle einnehmen, wird ihr Beitrag zum gemeinsamen Leben meist nur wenig gewürdigt. Da auf dem Grundstück unseres Kinderheims ausreichend Platz vorhanden war und ermutigt durch Inter-Mission Deutschland, begannen wir durch Gottes Gnade die Arbeit in dieser Nähschule mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der armen und notleidenden jungen Mädchen und Frauen zu verbessern. 

Die Dauer der Kurse mit Theorie und Praxis beträgt sechs Monate bei einer täglichen Unterrichtszeit von 10 – 13 Uhr. Inzwischen konnten wir drei Kurse durchführen und abschließen, in denen insgesamt 65 Frauen eine Ausbildung in Nähen und Schneidern erhielten. Das Diplom, das sie von uns erhalten, öffnet ihnen Türen, so dass einige Frauen inzwischen bei der lokalen Bekleidungsexportfirma arbeiten. Andere sind in Heimarbeit unter Vertrag und werden für die Anzahl verarbeiteter Teile bezahlt, wieder andere sind selbstständig und nähen für Kunden aus der Nachbarschaft. 

Lehrerinnen Mrs Vathana war die Nählehrerin für die ersten beiden Kurse, musste aber aufgrund von Krankheit und allgemeiner Schwäche ihre Tätigkeit aufgeben. Sie teilte ihre Liebe mit den Schülerinnen, ihr Vorbild und Einsatz hinterließen bleibenden Eindruck bei den Frauen. Mrs Nerina Jebaraj kam im Februar 2017 zu uns. Ihr liegt die FördeBericht von John Solomon Benjamin, Inter-Mission India, über die Nähschule in Alamathi rung armer und notleidender Menschen sehr am Herzen. Sie besitzt einen Abschluss in Informatik, eine Qualifikation zur Schneiderausbildung, ist ausgebildete Krankenschwester und Hebamme. Täglich singt sie mit den Schülerinnen, liest einen Abschnitt aus der Bibel und spricht über die Anwendung des Textes im Alltag. Obwohl die meisten Schülerinnen Hindus sind, sprechen sie über ihre Nöte, und in der Gemeinschaft lernen sie zu beten. Gott erhörte ihre Gebete und einige begannen, an Jesus zu glauben. Sie alle werden weiterhin von Christus hören und manche werden vor Abschluss des Kurses erkennen, wer er ist und was er für sie am Kreuz getan hat. 

Wie wurde das Leben der Schülerinnen verändert? Die gute Ausbildung stärkt ihr Selbstwertgefühl. Sie bekommen Selbstvertrauenund lernen selbstständig zu arbeiten, so dass sie den Vergleich mit anderen nicht scheuen müssen und vorgegebene Ziele erreichen. Die Frauen finden jetzt eine Anstellung in Exportfirmen oder bekommen Verträge für Heimarbeit. Einige haben sich zu selbständigen Schneiderinnen entwickelt. In der Ausbildung hören die Frauen täglich vor dem Unterricht Gottes Wort und können Jesus Christus kennenlernen. Mehr und mehr teilen sie ihre Nöte dem himmlischen Vater mit und beten gemeinsam für Familienmitglieder. Manche sind regelmäßige Besucher benachbarter Gemeinden und haben eine geistliche Heimat gefunden. 

Die 35-jährige Karpagam berichtet: „Mein Mann ist Tagelöhner, doch für unsere Familie mit zwei Kindern reicht sein Verdienst nicht aus. Ich habe mir schon lange gewünscht Nähen zu lernen, doch eine Ausbildung war für mich undenkbar, da ich kein Geld für Gebühren, Stoffproben, Lehrmaterial, Nähutensilien, Zugfahrt usw. aufbringen konnte. Eine Nachbarin erzählte mir dann von der Nähschule, die im Kinderheim der Inter-Mission in Alamathi eingerichtet werden sollte. Durch Gottes Gnade konnte ich am ersten Kurs teilnehmen und ihn erfolgreich abschließen. Meine Arbeit leistet jetzt einen Beitrag zur Versorgung unserer Familie, wir haben ein bisschen mehr zum Leben. Ich danke der Inter-Mission für diese Ausbildungsmöglichkeit und dass ich Gott kennenlernen durfte.“ 

Lilly lernte im ersten Kurs Blusen zuzuschneiden und zu nähen, besitzt mittlerweile ihre eigene kleine Schneiderei, wo sie Blusen und Kinderbekleidung für Verwandte und Nachbarn anfertigt. Ihr kleines Einkommen ist für den täglichen Bedarf ihrer Familie sehr hilfreich. An den Gottesdiensten der benachbarten Gemeinde nimmt sie regelmäßig teil und engagiert sich auch ehrenamtlich dort. 

Was uns noch wichtig ist: Aufgrund der vorherrschenden Traditionen und Bräuche, die die Frauen aus ihrem religiösen Hintergrund mitbringen,aufgrund der Furcht vor Ausgrenzung durch ihre Gemeinschaft und der vielen Vorurteile ist es nicht leicht, die Auszubildenden mit dem Evangelium zu erreichen. Mit viel Gebet und der Hilfe des Heiligen Geistes können wir jedoch bei einigen etwas bewirken. Zumindest nimmt jede Teilnehmerin das tiefe Wissen mit, dass es einen Gott gibt, dem sie sich anvertrauen kann, da er für sie persönlich am Kreuz ein großes Opfer vollbracht hat. 

Wie Paulus im 1. Kor. 9, 22 sagen wir: „Ich versuche bei allen Menschen eine gemeinsame Grundlage zu finden, um wenigstens einige von ihnen für Christus zu gewinnen.“ Wir können mit Zuversicht sagen, dass diese Frauen hier durch Gebete und Zeugnisse das Wirken Gottes in ihrem Alltag erleben und Erleichterung und Frieden erfahren, wenn sie ihre Anliegen vor Gott gebracht haben. So bietet die Nähschule eine Plattform, den Gott des Heils denen zu vermitteln, die ihn nicht kennen. Die Nähschule bewirkt auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene einen kleinen Fortschritt. Wir beten dafür, diese ausgebildeten Frauen langfristig durch ein Selbsthilfeprojekt fördern zu können. Unsere Hoffnung ist, dass der Herr zu seiner Zeit die Türen dafür öffnet. 

Bitte beten Sie mit uns, dass diese Frauen nachhaltige Veränderung erfahren. Danke, dass Sie diese Arbeit durch ihre wertvolle Unterstützung möglich machen.