Dorfentwicklungs-Projekte: Ein idealer Weg, um Kinder zu fördern

Dorfentwicklungs-Projekte: Ein idealer Weg, um Kinder zu fördern
Markus Egger
Leiter der IM-Deutschland

Nachdem die Inter-Mission sich über Jahrzehnte im Rahmen von Kinderheimen für Jungen und Mädchen aus ärmsten Verhältnissen eingesetzt hat, richtet sich der Focus seit einigen Jahren vermehrt auf Dorfentwicklungs-Projekte.

Zwar haben Tausende von Kindern in den Heimen eine massive Lebensveränderung erlebt, eine Schul- und oft eine Berufsausbildung durchlaufen, haben den Segen des Evangeliums für sich entdeckt und leben heute in wesentlich besseren Umständen. Allerdings hat sich in den letzten Jahren immer deutlicher herausgestellt, dass das Konzept der Kinderheime in den meisten Fällen nicht zukunftsfähig ist – und auch nicht mehr in dem Maße nötig, wie in den Anfangsjahren. Aus verschiedenen Gründen: Es wird immer schwieriger, fähige Heimleiter zu finden, die bereit sind, rund um die Uhr für die Kinder da zu sein. – Ansprüche sind rapide gestiegen, Kosten und Gehälter ebenso, ein Ende dieser Spirale ist nicht abzusehen. -  Die Regierung stellt immer höhere Anforderungen an Infrastruktur und Personal, die in zunehmendem Maße nicht mehr finanzierbar sind, und schränkt gleichzeitig die Freiheiten ein, die Heime christlich zu führen.

Deshalb hat sich die Förderung bisher chancenloser Kinder im Rahmen von Dorfprojekten immer deutlicher als eine echte Alternative herausgestellt. Durch die schulische, gesundheitliche und geistliche Förderung der Kinder werden die äußerst armen, oft zerrütteten Familien gestärkt und gestützt, so dass die Kinder im Notfall nicht mehr die Familien verlassen müssen, um in einem Heim Hilfe zu erfahren. Sie können weiter innerhalb ihrer Familienstrukturen aufwachsen und tragen zusätzlich all das Gute und Hilfreiche, das sie im Projekt lernen, mit in ihre Familien.

Durch Erwachsenenbildung im Bereich von Hygiene, Ernährung und geistlicher Förderung erleben ganze Familien positive Veränderungen, die oft noch durch einkommensfördernde Maßnahmen wie Kleinviehzucht unterstützt werden.

In den Projekten wird für die Kinder entweder eine eigene Schule geführt, oder sie werden nachmittags nach dem staatlichen Schulunterricht in den Zentren weiter gefördert oder unterstützt. Für manche von ihnen steht nach abgeschlossener Schule auch die Möglichkeit einer beruflichen Ausbildung offen.

Diese Kinder, die bisher zu Hause nur einmal täglich etwas zu Essen bekamen, können sich nun im Projekt vor dem Schulunterricht mit einem Frühstück stärken und erhalten nach der Schule eine volle warme Mahlzeit.

Im Projektgebäude wird von unseren projektführenden Partnerwerken sonntags ein Gottesdienst gehalten und die Dorfbewohner können auch zu anderen Gelegenheiten zum Gebet kommen.

Jedes Dorfentwicklungs-Projekt hat je nach Gegebenheiten einen etwas unterschiedlichen Charakter, da man versucht, auf die örtlichen Herausforderungen und besonderen Möglichkeiten einzugehen.

Seit wir im Jahr 2007 die ersten Schritte mit einem Dorfprojekt gegangen sind, können wir auf überwiegend positive Erfahrungen zurück blicken. Wir sind sehr ermutigt zu sehen, dass wir damit sehr nah an den Menschen und ihren Nöten dran sind, und wie diese Förderung nicht nur Kinder aufblühen lässt, sondern ganzen Dörfern hilft, sich auf einen Weg der Veränderung zu begeben.

Für jede einzelne Kinderpatenschaft und jede gezielte Spende zugunsten von Dorfprojekten sind wir sehr dankbar in dem Wissen, dass diese Form der Hilfe auf jeden Fall gute Früchte hervorbringt.